Posts in Category: Tage 0. – 6.

6. Tag

Von Wolfstein im Nordpfälzer Bergland nach Saarbrücken war es eine galaktische Tour (86Km). Immerhin ging es zum Gastronauten Rolf Klöckner. Aber, es war auf besten Radfernwegen auch eine Wohltat für die Beine. Landschaftlich recht gleichförmig, dabei keinesfalls Langweilig.

So nahm mich mein Gastgeber Rolf mit in seine Welt und wir besuchten Jürgen Becker in seinem Restaurant „Unter der Linde“ im Stadtteil St. Arnual (http://www.linde1933.de) und wurden bekocht vom Franzosen David Nussbaum. Zur Vorspeise gab es eine hausgemachte Bauernterrine mit Salatbeilagen. Als Hauptgang eine Forelle aus dem Biosphärenreservard Bliesgau mit heimischem Linsengemüse. Parfait von Erdbeeren und Rhababer aus dem Garten mit reichlich zusätzlich Erdbeeren zum Nachtisch. Begleitet wurden die drei Speisen von Weinen aus dem Weingut Petgen-Dahm. Obwohl vom selben Winzer und Riesling, einmal von der Mosel und einmal von der Saar.

Gute Küche muss auch mit einem Gastronauten nicht gleich zu den Sternen führen, gut bürgerlich und regionaltypisch ist Anspruch genug.


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5. Tag

Auf gut ausgebauten Radwegen und kleinen Nebenstraßen führte meine Tour (93Km) ins Nordpfälzer Bergland zu Christian Nickel. Die Landschaft hat mich mehr als beeidruckt bei Bad Münster. Fluß und Felsen zeigen ein Panorama, was in dieser Form für Deutschland eher selten erscheint. Auf der Naheweinstraße wurden mir zunächst steile und dann moderate Anstiege geboten neben rauschenden mehrere Km langen Abfahrten. Die 12Km ab Lauterecken führten stetig auf die Höhe von Wolfstein.

Zubereitet hat Christian den Spargelsalat auf dem Grill und den Obersteiner Spießbraten zuerst im Smoker und danach zum aufknuspern ebenfalls auf den Grill. Zum Nachtisch zu später Stunde gab es Dampfnudeln mit Weinsauce.

Unser Resümee am Abend: „Der dörfliche Metzger begründet sich nicht unbedingt selbst, wenn er Grillwürstchen aus der Fabrik verkauft.“


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4. Tag

Nicht missen möchte ich die „grünen Radwege“ im Westerwald. Einer schöner als der andere, die Blicke in und aus dem Wald auf Dörfer und in Täler. Allerdings sind diese Wege nicht geeignet für Radreisen mit Gepäck, denn es entwickelt sich kein Vorankommen. So führte meine Tour von Hachenburg zu meiner Gastgeberin Christin Jordan in Eltville zunächst bis Limburg (Lahn). Dort zeigte sich am späten Nachmittag der enorme Zeitverlust und mein Weg bis Wiesbaden wechselte auf die Schiene. Ab Wiesbaden bis Eltville-Martinsthal war es unglaublich abwechselungsreich zwischen Wohnbau und Weinort.

Appetit auf mehr machte der Spundekäs zusammen mit Schinken und der Radieschensalat mit Weinbergminze. Zur Hauptspeise gab es Rieslingsauerbraten mit Möhren und einem „Knödel“. Zum Nachtisch Rieslingcreme mit Erdbeeren.

Bewußt kritisch betrachtet haben wir die Situation der Winzer in unseren Gesprächen am Abend. Wertschätzung des Produktes ist mehr als nur wünschenswert. Es sollte wieder üblich werden für alle unsere Lebensmittel.


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3. Tag

Nach dem Wasser kommen die Berge. Hachenburg vor Augen ging es von Bad Godesberg zuerst mit der Fähre in Richtung meiner Gastgeber Annette Pagel, Martina Weyer und Thomas R. Schäfer. Durch St. Augustin führte die Tour (84Km) entlang der Sieg bis Hennef. Ab dort hoch in den Westerwald. Auf Nebenstraßen, Feld- u. Waldwegen hinein bis in steilste Anstiege. Ab Uckerath wurde die Tour wieder flüssiger und mit den westerwälder Radwegen fahrbar. Altenkirchen bot eine letzte Pause bevor ich mich über schöne Dörfer zum Ziel Hachenburg auf den Weg machte.

Gemeinsam gekocht haben meine drei Gastgeber Kartoffelbrot, frischen Salat, Ischel und einen fruchtigen Nachtisch. Der Ischel ist eine Tradition in Hachenburg zum Kirmesmontag.

Meine Erzählungen von der Strecke und den vielen Bauernhöfen mit kleinen frei gehaltenen Rinderherden wurde zum wichtigen Thema auf meiner Tour zu Frage, wie wir mit Lebensmitteln und deren Entstehung umgehen wollen.


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2. Tag

Von Duisburg nach Bad Godesberg zu meiner Gastgeberin Marion Prosenz führte mich der Weg entlang am Rhein. Sehr abwechselungsreich war die Streckenführung immer wieder etwas ab vom Rhein selbst. Da findet man in Düsseldorf auch mitten in der Wohnsiedlung eine sehr große Freilandgärtnerei. Lohnende Blicke ergeben sich, sobald man in weiter Ferne schon erste Gebäude der Städte sieht und mitunter der Weg dahin einem wie ein Gummiband vorkommt.

Marion hat sich für ihre Gerichte typisch rheinisch zu Reibekuchen mit Rübenkraut, Apfelmuss und gerächertem Lachs entschieden. Zur Hauptspeise gab es Muscheln mit Schwarzbrot als Beilage und zum Nachtisch einen Milchreis mit Himbeerkompott.

Beim Thema sind wir in unseren Gesprächen kulinarisch geblieben und haben über den Sinn und Zweck guter Lebensmittel, einer naturnachen Erzeugung und einen fairen Umgang mit den Erzeugern unterhalten.


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1. Tag

Entlang des Rhein-Herne-Kanals führte mich meine Tour am 1. Tag von Herne nach Duisburg. Das Landschaftsbild am Kanal setzte sich fort und meine Tour war dem Thema Wasser gewidmet. Zunächst am Kanal, dann an der Ruhr und gleich danach am Rhein bis zu meinen Gastgebern Gerlinde und Axel Hörig. Zwischendurch lagen nur einige Häfen dem direkten Verlauf im Wege und mussten umfahren werden. Am Gasometer und der Galerie Ludwig in Oberhausen führte meine Route entlang der Route der Industriekultur. Die letzten Km raus nach Rumeln wurde der Weg sehr kleinteilig und schmal, aber umso abwechselungsreicher und es öffneten sich Blicke auf die aktive Industrie.

Auf den Tisch kam als Vorspeise ein Ziegenkäse mit Honig und Salat. Saison hat aktuell Spargel und am Niederrhein sowieso Tradition und die Hauptspeise erklärt sich von selbst. Zum Nachtisch zu später Stunde genossen wir Erdbeeren mit Sahne und zu noch späterer Stunde Käse als Abschluß.

Den ganzen Abend haben wir uns über Wein, Kunst und „alte“ Zeiten unterhalten. Unser Resümee: Früher war nicht alles besser und heute ist nicht alles schlechter. Welch schöne Aussichten . . .


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„0.“ Tag

Meine Tour am „0.“ Tag führte mich von Hamm (Westf.) nach Herne zu Thomas Bosbach. Es ist erstaunlich, wie die Landschaft am nördlichen Rand des Ruhrgebiets sich heute gibt. Oder ist es doch eher am südlichen Rande des Münsterlandes? Ob es die Renaturierungen sind oder neue Nutzungen von ehemaligen Industrieflächen für Freizeit und Natur, es hat sich viel getan im Wandel des Ruhrgebiets. Die großen Straßen, die mein Bild von dieser Gegend prägten, sind am heutigen Brückentag wie leer gefegt. So nutze ich die Gelegenheit und fahre noch eine winzige Schleife durch einen Park auf dem Weg zu meinem Gastgeber.

Thomas hat sich entschieden, seine Gerichte in einem Steinofen zuzubereiten, den er schon am frühen Nachmittag mit Holz eingeheizt. Er bereitet alle Zutaten in kleinen Töpfen, Auflaufformen, auf Holzbrettern und in Pergamentpapier vor und nachdem alles im Ofen war, fanden wir Zeit, uns über Kochen, Essen und Photographie zu unterhalten.

Unter dem Motto „Stadt – Land – Fluß“ gab es Blut- u. Grützwurst, Kachelfleisch, Forelle, Kartoffeln, Spargel in der Erde und ein Kompott aus Rhabarber und Erdbeeren zu einem erfrischenden Quark.

Nach dem Essen gemeinsam mit seiner Frau und zwei Freunden zeigt er mir noch auf einem kleinen Spaziergang die Innenstadt von Herne. Altes und modernes – vergangenes und neues – wir befinden uns in einem Mix aus gestern, heute und morgen.


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